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„Bei 500 Euro hätte ich gerne einen Sitzplatz!“ :

Bildung & Kultur

Die beiden SPD-Gemeinderätinnen Manuela Höck (links) und Annette Luckner verteilten frühmorgens am Dinkelscherbener Bahnhof Informationsmaterial zum Volksbegehren gegen Studiengebühren.

Bei der Dinkelscherbener SPD ist man sich einig, dass die Studiengebühren abgeschafft werden müssen. Die Monatsversammlung der Sozialdemokraten hat auch die letzten Zweifler überzeugt, denn da erzählte Andreas Kalb, der für die SPD im Gemeinderat sitzt und gleichzeitig an der Uni Augsburg studiert, von seinen persönlichen Erfahrungen.

Kalb erklärte an seinem Beispiel, wie viel Geld er als Student verbraucht: 450 Euro Studiengebühren pro Semester, Studentenhilfswerk/Fahrkarte in Augsburg (96,90 Euro pro Semester), Fahrkarte von Dinkelscherben nach Westheim (348 Euro pro Semester), Verpflegung in der Mensa (rund 100 Euro pro Monat). Alles in allem kommt er auf insgesamt knapp 1000 Euro im Semester.

Seine Freundin wohnt nicht, so wie Kalb, in Dinkelscherben, sondern ist nach Augsburg gezogen. Ihr Zimmer in einer Wohngemeinschaft kostet 230 Euro im Monat. Die Lebensunterhaltskosten sind in Augsburg etwas höher, eine Fahrkarte braucht sie trotzdem (innerhalb Augsburgs und wenn sie mal nach Hause fahren will). Das ist keine günstigere Alternative.

Dazu kommen noch bei beiden Lehrbücher, Kopierkarten, Beiträge für Exkursionen und ähnliches. Das kann je nach Studiengang ziemlich ins Geld gehen. „Ich bekomme finanzielle Unterstützung von zu Hause, sonst wäre Studieren für mich nicht machbar“, ist Andreas Kalbs Fazit. Im ersten und zweiten Semester habe er mehr mit der Bürokratie an der Uni gekämpft als Zeit in sein Studium investiert, ärgert sich Kalb, der mittlerweile im 9. Semester studiert.

"In der Bibliothek können Bücher zwar ausgeliehen werden, jedoch ist
der Präsenzbestand für die wirklich interessanten relativ gering. Die
vielgepriesenen Tutorien und Kolloquien finden teilweise zu unmöglichen
Zeiten statt, werden kurzfristig abgesagt oder vertagt", schimpft
der Gemeinderat, „und wenn ich schon 500 Euro zahlen soll, dann hätte
ich wenigstens gerne einen Sitzplatz, wenn ich – angemeldet – in einen
Einführungskurs komme!“
„Die Studiengebühren in Bayern abzuschaffen, das ist erst der Anfang“, betonte die Ortsvereinsvorsitzende Annette Luckner, „ wir wollen als SPD in Bayern auch eine finanzielle Entlastung für die berufliche Bildung, denn wenn wir schon immer von der Bildung als unserem wichtigsten Rohstoff sprechen, dann müssen wir auch jede Unterstützung bieten, die wir leisten können, im Sinne der sozialen Gerechtigkeit.“

 

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