Deutschland braucht die EU und den Euro

Veröffentlicht am 07.12.2012 in Europa

Mauch, Luckner, Lang und Halbleib: Deutschland profitiert von der EU.

Eurokrise, Inflation, Angst ums Geld, Massenarbeitslosigkeit und Währungsreform – diese Liste könnte man problemlos fortsetzen. Doch halt! Sieht so die nahe Zukunft in Deutschland aus? Die Dinkelscherbener SPD hat diese Frage Fachleuten gestellt und eine übereinstimmende Antwort bekommen: “Nein!“

Der evangelische Pfarrer Uwe Lang wohnt in Ettelried, einem Ortsteil von Dinkelscherben, und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Geldanlage, Börse und Wirtschaft. „Ich hoffe, ich kann Sie heute Abend ein bisschen beruhigen“, leitete er sein Referat ein. Und in der Tat, er konnte die Zuhörer beruhigen. Der Euro als Währung sei noch nie in Gefahr gewesen, betonte er, der Währungszusammenhalt, also die Eurozone, müsse vielmehr davor bewahrt werden, auseinanderzudriften. Den Euro bezeichnete er als „prima Idee, durchaus stabil und eine Erfolgsgeschichte“. Er sei stabiler als der US-Dollar.
Seit Anfang der siebziger Jahre habe es immer wieder „Untergangspropheten“ gegeben, doch mit einigen Zahlen untermauerte er die hervorragende finanzielle Lage Deutschlands: 2, 5 Billionen Euro Schulden haben Staat, Länder und Kommunen, 1,5 Billionen Euro Schulden sind es im privaten Bereich und in den Unternehmen. Dem gegenüber steht aber riesiges Vermögen der Privathaushalte, nämlich zehn Billionen Euro. Beide, die Schulden und das Vermögen, haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Eine komfortable Lage für Deutschland.
Knackpunkt ist allerdings die ungerechte Verteilung des Vermögens, die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander und hier muss die Politik stärker eingreifen, forderte Uwe Lang, der seit 40 Jahren SPD-Mitglied ist. „Wir sind Europäer“, appellierte er an die Zuhörer, das Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen.
Der Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib, stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses, war gerade in den Landtag gewählt worden, als im Jahr 2008 der große Crash losbrach, an den sich alle wegen der vielzitierten Lehman-Bank erinnern. Er erkannte damals drei Ansätze, die aus der Krise halfen: 1. Vertrauen formulieren, damit die Menschen nicht in Panik ihre Gelder in den Banken abrufen und damit die Krise anheizen. 2. Der Staat muss investieren, um die Konjunktur zu stützen. 3. Die Kurzarbeiterregelung, die vor Kündigung schützte und den Betrieben im Anschluss an die Krise half, schnell wieder mit eingearbeitetem Fachpersonal auf die Beine zu kommen.
„Wir stehen besser da als jeder andere Staat in der EU“, betonte Halbleib, „und wir profitieren finanziell sehr stark von der EU“. Gerade bei den Krisenländern müsse ganz genau hingeschaut und nach den Ursachen geforscht werden, statt nur plakativ Vorurteile zu schüren. Die Bundesregierung kritisierte der Finanzpolitiker: „Die Rezepturen für Griechenland haben das Gegenteil dessen bewirkt, was die Bundesregierung versprochen hatte. Die Finanzierungslücke wird größer statt kleiner. “ Einfach nur sparen reiche eben nicht aus. Die Entschlusslosigkeit von Schwarz-Gelb sei einer Stabilisierung des Euroraumes nicht gerade förderlich. Dass diese Stabilisierung Geld kosten werde, sei unbestritten, doch der Nutzen für Deutschland sei ebenfalls unbestritten. „Deutschland profitiert volkswirtschaftlich sehr stark vom Euro, die Hälfte der Wohlstandsgewinne innerhalb der EU fließen nach Deutschland.“ Doch fügte Halbleib einschränkend an, dass es eben eine ungleiche Verteilung dieser Gewinne gebe und daran müsse dringend gearbeitet werden.
Doch die sozialdemokratischen Forderungen gehen weit über die Verteilungsgerechtigkeit hinaus: klare Strukturen für die Bankenaufsicht, erweiterte Einlagensicherung, damit nicht der Steuerzahler für künftige Crashs allein haftet, und eine Regelung, Banken in Insolvenz gehen zu lassen.
Am Schluss räumte Harald Mauch, Internetexperte der Dinkelscherbener SPD, noch mit einigen Vorurteilen auf: die Südeuropäer arbeiten laut OECD-Statistik nicht nur mehr und länger , sie haben auch weniger Urlaub als die Deutschen. Die Frage, ob denn die Griechen nun wirklich so faul seien, wie es in den Medien und von der Bundesregierung gerne dargestellt werde, erübrige sich damit wohl. Er beklagte, dass die Medien Vorurteile weiterverbreiten statt selbst zu recherchieren.
In der Diskussionsrunde kamen auch die Vertreter der Dinkelscherbener Kreissparkasse (Fabian Herdin) und Raiffeisenbank (Markus Mögele, Stefan Müller und Anton Biber) zu Wort. Sie stellen fest, dass die Finanzkrise den Einzelnen verunsichert und versuchen mit vorsichtigen Anlagestrategien das Risiko ihrer Kunden zu minimieren. Breit aufgestellt sollte man als Kunde sein „und Vertrauen in die Bank haben können“, fügte die SPD Ortsvereinsvorsitzende Annette Luckner an, „was vor Ort eher gewährleistet ist, denn da wohnt nicht nur der Kunde, sondern auch der Bankmitarbeiter“ und im Zweifelsfall würde man ihn persönlich auch finden, was beim Internetbanking schwierig wäre.

 

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