„Gemeinde muss enkeltauglich sein“

Veröffentlicht am 27.01.2014 in Regionalpolitik

Hans Marz und Markus Emmert (von links) mit Annette Luckner und Landratskandidat Roland Mair.

Spannend verlief kürzlich die Veranstaltung unseres Ortsvereins zum Thema Natur und Energie. Hans Marz aus Holzara, Diplom-Ingenieur für Landespflege, hat sich intensiv mit Alternativen zur herkömmlichen Energiegewinnung beschäftigt und präsentierte den zahlreichen Gästen ein interessantes Paket an Fakten.

Er erinnerte gleich anfangs daran, dass sich Dinkelscherben in der Gefahrenzone des Kernkraftwerks Gundremmingen befinde und merkte an, dass die Broschüre für einen AKW-Notfall netterweise „Ratgeber“ heißt. Marz streifte den Rohstoff Holz („rund 2300 Haushalte im Ort könnten rein theoretisch mit Holz heizen“),  rechnete vor, dass sich ein Umstieg von Öl- oder Erdgas-Heizungen zu Pellets auf Dauer bezahlt macht und erinnerte die Gäste daran, dass viel Strom gespart werden kann, wenn sich die zahlreichen Haushaltsgeräte nicht ständig im Standby-Modus befinden würden. „Durch bewusstes Hinschauen lassen sich schon mal zehn bis 15 Prozent einsparen“, sagte Marz. Ein gutes Geschäft ließe sich für Verbraucher auch machen, wenn alte Heizungspumpen gegen neue, energiesparende, getauscht würden, was bereits viele Kommunen bezuschussen. „Schon in kurzer Zeit hat sich so ein Tausch amortisiert“, erklärte der Referent.

Marz appellierte, dass Gemeinden wie Dinkelscherben künftig „enkeltauglich“ sein müssen. „Die Innenentwicklung muss im Auge behalten werden, wir müssen mit Energie und Flächen sparsam umgehen“, forderte Marz auf. Dinkelscherben sollte es in absehbarer Zeit schaffen, möglichst energieunabhängig zu sein. „Man kann es oft nicht glauben, dass so etwas klappt“, sagte Marz, „aber andere Gemeinden haben das auch erreicht. Man muss es einfach mal versuchen“.

Programme wie BioSol werden in Bayern ebenso gefördert wie diverse Ideen durch ReAL-West. Als Beispiel hierzu wurde neben anderen auch die Projektidee zur energetischen Nutzung von Landschaftspflegematerial erläutert. Und über kurz oder lang dürften Gemeinden auch nicht mehr umhin kommen, kommunale Energiemanager zu beschäftigen. „Diese Person macht sich bald bezahlt“, ist Hans Marz überzeugt.  

Annette Luckner, Ortsvereinsvorsitzende und Bürgermeister-Kandidatin, freute sich auch über Markus Emmert aus Adelsried, einen Experten, was intelligente Stromnetze betrifft, der an diesem Abend mit seinen Projekten die Zuhörer ebenso überzeugte wie Hans Marz. Emmert gehört dem Bundesverband eMobilität in Berlin an und erläuterte an interessanten Beispielen, dass sich das – vermeintlich viel zu teure –  Elektroauto bald für den Verbraucher rechnet.  „Wenn das Fahrzeug ein Energiespeicher wird, hat es sich in sieben bis acht Jahren bezahlt gemacht“, sagte Emmert. Von seinem Angebot, eine Runde mit seinem Elektroauto zu fahren, machten dann einige Anwesende regen Gebrauch. „Wir wollen den Anstoß für Projekte geben“, erklärte Annette Luckner, „und werden künftig unsere Bürger zu weiteren Veranstaltungen einladen, denn wir alle müssen die Energiewende wollen und wir suchen Mitstreiter, die uns bei der Umsetzung unterstützen.“

 

Informationen unter

www.rea-augsburg.de

www.eza-allgaeu.de/

www.kfw.de/inlandsfoerderung

www.bem-ev.de

www.was-kostet-mein-baugebiet.de

www.mulle.lpv.de/

www.realwest.de

www.landkreis-augsburg.de/Wirtschaft

 

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