Kleine Mindel als Vorbild für Zusam und Kleine Roth

Veröffentlicht am 12.08.2014 in Umwelt

So sah es beim Torfstechen früher aus.

Zusam und Kleine Roth fließen schnurgerade nach Dinkelscherben hinein. Das war nicht immer so und das soll sich auch wieder ändern. Dieses Ziel verfolgt nicht nur die SPD in Dinkelscherben, sondern auch die EU. Denn Gewässer sollen auf hohem Niveau geschützt werden. Sie sollen in gutem Zustand sein und brauchen dafür Hilfe. Wie die aussehen könnte, hat sich eine Gruppe Dinkelscherbener im Mindeltal angeschaut. 

Vor rund 20 Jahren wurde die Kleine Mindel zwischen Burtenbach und Kemnat rückgebaut. Aus einem streng geradeaus fließenden Gewässer ist wieder ein naturnaher Fluss geworden, der sich seinen Weg – mit menschlicher Hilfe – wieder selbst gesucht hat, mit Windungen, schnellen Gewässerstrecken und langsamen, verursacht durch Verengungen und Aufweitungen. Flussbausteine, Totholz und auch die Entfernung von Uferbefestigungen halfen, der Natur wieder freieren Lauf zu geben. Die Renaturierung von Gewässern und damit die Verlängerung der Fließstrecken, bringt auch immer eine Verzögerung des Abflusses mit sich und vermindert, landesweit gesehen, die Hochwasserspitzen.

Damit sich die Natur ausbreiten konnte, war es nötig, flussnahe Bereiche aufzukaufen, um Platz zu schaffen – ein schwieriges Unterfangen. Der Erfolg gibt den Initiatoren heute recht. An der Kleinen Mindel sind Bereiche entstanden, die zwar auf den ersten Blick nicht besonders attraktiv wirken, aber seltenen Pflanzen und Tieren wertvolle Lebensräume bieten. Um den Teilnehmern der Exkursion einen genauen Einblick zu verschaffen, hatte Dr. Erik Mauch die Wegstrecke an einer Stelle sogar mit der Sichel freigeschlagen, um möglichst nah an eine besondere Uferstelle zu gelangen. Die große Leidenschaft des Biologen ist die Flora und Fauna an und in Gewässern. Mit Gummistiefeln „bewaffnet“ zog er während der Exkursion so manches Anschauungsobjekt aus dem Wasser. Und da, wo er mit seinem „Latein“ am Ende war, sprang Hans Marz ein, der unter anderem im Landschaftspflegeverband des Landkreises Augsburg stellvertretender Vorsitzender ist. „Man muss der Natur Platz geben und sie in Ruhe lassen“, fasste Mauch zusammen, was heutzutage gar nicht mehr so einfach umsetzbar ist. Sein Sohn Harald ist oft in diesem Gebiet unterwegs und beobachtet die vielen Vögel: „Das Mindeltal ist ein bedeutender Durchzugskorridor für Zugvögel“, berichtete der passionierte Fotograf.

 

Anschließend besuchte die Gruppe den Torferlebnispfad bei Jettingen. Bis in die 60er-Jahre hinein wurde dort Torf gestochen. Wer an den Infotafeln entlang spaziert, kann sich das heute noch anschauen. Exkursionsteilnehmer Franz Weisenburger erinnerte sich an seine Jugendzeit, als er dort die Flechtbinse in einem Tümpel wachsen sah. Den Namen trägt diese, weil man sie tatsächlich früher zum Flechten verwendete, was auch Weisenburger als Kind selbst noch erlebt hatte.

 

„Was an der Kleinen Mindel möglich war, muss in abgewandelter Form auch an Zusam und Kleiner Roth möglich sein“, hofft die Ortsvereinsvorsitzende der Dinkelscherbener SPD, Annette Luckner. Im Herbst wollen sich die Genossen nun mit dem Gewässerentwicklungsplan der Marktgemeinde genauer befassen und hoffen, dass auch auf der eigenen Flur der Natur wieder mehr Raum gegeben werden kann.

 

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