Waldwirtschaft und Waldumbau im Zeichen des Klimawandels

Veröffentlicht am 18.05.2021 in Umwelt

Foto Hans Feldbauer

Online Vortrag von Dipl. Ing. (FH) Hans Marz am 12.5.21

In Kooperation mit Bündnis 90/ Die Grünen und Forum Energiewende Dinkelscherben konnte unser SPD Ortsverein Herrn Hans Marz als Referenten für einen online Vortrag gewinnen zum Thema nachhaltiger Waldwirtschaft und Waldumbau im Zeichen des Klimawandels.

Herr Marz, Landesplaner und Landschaftsarchitekt war über viele Jahre für die SPD Fraktion Marktrat in unserer Gemeinde Dinkelscherben. Er wurde 2017 für die vorbildliche und nachhaltige Bewirtschaftung des 54ha großen Nutzungsrechtewaldes in Holzara  vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten mit dem Staatspreis ausgezeichnet.

Für diesen Wald stammen die Nutzungsrechte aus dem Mittelalter. Seit 1856 bestehen Wirtschaftspläne. In diesen Plänen sind Bodenbeschaffenheit, Gelände und Baumbewirtschaftung seit dieser Zeit nachweisbar. Der klimagerechte Umbau basiert auf dem von Herrn Michael Schraudy erstellten Forstbetriebsgutachten 2008 -2027.

Interessant ist, dass noch im ersten Wirtschaftsplan  der überwiegende Baumbestand aus Buchen mit Tannen und Eichen bestand. 2008 waren die Fichten mit 85% in der Überzahl.. Der bereits zu spürende Klimawandel mit vermehrter Trockenheit, Erwärmung der Durchschnittstemperatur und vermehrten Stürmen veranlasst immer mehr Waldbesitzer zum schrittweisen Umbau, weg von der Fichte hin zum Mischwald mit Baumarten, die sich dem wärmeren, trockeneren Wetter anpassen.

Power Point gestützt führte uns Hans Marz klar vor Augen, welche verheerenden Auswirkungen die Orkane der letzten 20 Jahre hatten,  mit Windwurf und im Gefolge Borkenkäfer und andere Schädlinge. Ein Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung zeigt anschaulich die die Zunahme der Bodentrockenheit auch in den tiefen Schichten seit 2015. Eine besonders starke Zunahme der Dürre ist seit 2017 klar erkennbar.

Für den nachhaltigen Umbau des Wirtschaftswaldes sind alle erkennbaren äußeren Faktoren zu berücksichtigen und die Abschnitte so einzuteilen, dass Orkane möglichst wenig Schaden anrichten können. Die verschiedenen Wuchsgeschwindigkeiten der Baumarten und die Ausfälle durch Wildverbiss sind ebenfalls ein gewichtiger Faktor.

Bäume wachsen langsam und ein Umbau hin zu einem stabilen Mischwald ist eine generationen- übergreifende Aufgabe. Die Fichte wird sich in der nahen Zukunft stark reduzieren, hat aber bei uns in  bestimmten Lagen weiterhin eine gute Überlebenschance, abhängig davon, wie sich die globale Erwärmung mit zunehmenden Dürresommern auch hier bei auswirken wird.

In der abschließenden Diskussion tauchte auch die Frage nach Verträglichkeit des Waldes mit Windkraftanlagen auf. Hans Marz bejahte wegen des geringen Eingriffes in die Natur die Errichtung von Windrädern. Er hätte kein Problem damit.

Der einstündige Vortrag lässt uns  Zuhörer den Wald nun mit anderen Augen betrachten. Vielleicht kann uns der Referent eine Fortsetzung mit Hinblick auf die Ökologie des Waldes gestalten.

HF

 

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